Motive für Modedesigner, Couturehäuser und Stoffproduzenten zu entwickeln, ist spannend. Motiv und Schnitt werden zu einer Einheit verbunden. Das Kleidungsstück wird zum Bildträger, ohne dass sich das Bild in den Vordergrund drängen darf.


Ich biete meinen Kunden auch die Möglichkeit einer sehr exklusiven Ausführung: In meinem Atelier können die von mir entworfenen Motive per Handsiebdruck auf Stoffe oder die Stoffteile eines bestimmten Schnittes gebracht werden. So können Kleinserien bis zu 50 Stück entstehen, auch Unikate sind möglich.

Bei umfangreicheren Aufträgen oder für das Bedrucken langer Stoffbahnen gibt es die Option, mit größeren Werkstätten zusammenzuarbeiten, die sich der Tradition des Handsiebdrucks verschrieben haben. Hier kann ein Muster im Rapport gedruckt werden.

Mit einem von Hand bedruckten Stoff bieten Sie Ihren Kunden etwas Einzigartiges. Auch wenn nicht primär die Herstellung eines Unikats angestrebt wird, erhalten Sie ein künstlerisch gestaltetes Produkt. Beim Handsiebdruck kann es von Druck zu Druck zu kleinen Unterschieden im Druckbild kommen. Diese Differenzen sind letztlich das, was manuell bearbeitete Stoffe von maschinell gefertigten abhebt und zu besonderen, individuellen Schmuckstücken macht

Motiventwicklung

Die Entwicklung eines Motivs für ein Modelabel oder einen anderen Kunden beginne ich mit einem Designbriefing. Wofür soll ein Motiv genutzt werden? Welche Vorgaben gibt es? Sollen bestimmte Dinge (Labels, Signets etc.) eingearbeitet werden? Soll vielleicht ein Bild zu einem Stoffmuster weiterentwickelt und später digital gedruckt werden? Gibt es Vorstellungen zur Wirkung? Soll sie eher dezent oder möglichst auffällig sein? Welches Endprodukt möchte der Kunde von mir erhalten, ein Motiv als Datei oder einen fertig bedrucken Stoff? Wenn diese Fragen geklärt sind, kann der Entwurfsprozess beginnen.

Vorbereitung für den Druck

Möchte ein Auftraggeber bei mir eine Serie oder ein Einzelstück per Siebdruck herstellen lassen, dann fließt auch der Gedanke der technischen Machbarkeit in den Entwurfsprozess ein. Denn die Größe eines Motivs oder Musters richtet sich letztlich nach der Größe der zur Verfügung stehenden Siebe.

Hat ein Auftraggeber einen bestimmten Stoff zum Bedrucken vorgesehen, so müssen zunächst Farb- und Waschproben gemacht werden. Mit diesen lässt sich klären, ob der Stoff für Siebdruck geeignet ist, ob Stoff- und Druckfarbe harmonieren und ob letztere waschecht am Stoff haftet.

Sind Stoff und Farbe freigegeben, wird das Sieb für den Auftrag hergestellt und das Motiv oder Muster probeweise auf ein Stück des vorgesehenen Stoffes gedruckt. Jetzt kann man sehen, ob Motiv, Stoff und Farbe wie gewünscht zusammenpassen. Ist das der Fall, kann die eigentliche Druckarbeit beginnen.

Siebdruck von Hand

Anders als beim Digitaldruck, bei dem fast immer auf einen weißen oder neutralen Untergrund gedruckt wird, kann man beim Siebdruck von Hand für die Herstellung einer Kleinserie ein Motiv auch auf einen Stoff in verschieden Farben drucken. Je nach Stoffarbe bekommt die Druckfarbe eine etwas andere Tönung, und so erhält man verschiedene Varianten.

Auch die flächige Wirkung der Siebdruckfarbe kann, je nach zu bedruckendem Stoff, unterschiedlich sein und zu erstaunlichen Ergebnissen führen. Auf einer glänzenden Seide beispielsweise trocknet die Farbe matt auf, und als Ergebnis hat man eine fast plastische Anmutung.

Ab einer gewissen Größe müssen Stoffteile zu zweit bedruckt werden. Der Druckprozess erfordert immer hohe Konzen­tration, große Präzision und viel Fingerspitzengefühl. Deshalb bleibt das Smartphone beim Drucken ausgeschaltet und ich bin nicht zu erreichen.


Beispiele